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Neurologische Rehabilitation

Unter medizinischer Rehabilitation versteht man die Wiederherstellung von körperlichen Funktionen, Organfunktionen
und gesellschaftlicher Teilhabe mit physiotherapeutischen- und ergotherapeutischen Maßnahmen, Mitteln der klinischen
Psychologie und Anleitungen zur Selbstaktivierung. Vorrangig werden Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation
ambulant erbracht. Erst wenn ambulante Maßnahmen nicht mehr ausreichen, ist eine stationäre Rehabilitation indiziert.

Gesetzliche Regelungen
Ein Anspruch auf stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation nach § 40 SGB V in Verbindung
mit § 39 SGB I (Ermessensleistungen) besteht dann, wenn Leistungen der ärztlichen Behandlung oder
ambulante Rehabilitationsmaßnahmen nicht ausreichen, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre
Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Nach § 40 SGB V Satz 3 können stationäre
Leistungen nicht vor Ablauf von vier Jahren nach Durchführung solcher oder ähnlicher Leistungen erbracht werden,
deren Kosten aufgrund öffentlich-rechtlicher Vorschriften getragen oder bezuschusst worden sind, es sei denn, eine
vorzeitige Leistung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich. Eine weitere Voraussetzung ist, dass
die stationäre Leistung zur Rehabilitation einen Behandlungserfolg erwarten lässt. Insoweit müssen vorab
Rehabilitationsbedarf, Rehabilitationsziel und Rehabilitationspotenzial gegeben sein, die vom Leistungsträger
(gesetzliche Rentenversicherung, Krankenkasse bzw. in deren Auftrag der Medizinische Dienst der Krankenkassen
)bewertet werden.

Träger
Leistungen zur medizinischen Rehabilitation werden als sogenannte Leistungen zur Teilhabe je nach Zuständigkeit
von den Rentenversicherungsträgern, gesetzlichen Krankenkassen, von der gesetzlichen Unfallversicherung, von
der Versorgungsverwaltung, von den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe oder von den Sozialhilfeträgern erbracht
(§ 6 SGB IX).

Für Personen im arbeitsfähigen Alter ist zahlenmäßig am häufigsten ein Träger der gesetzlichen Rentenversicherung
zuständig. Die Zuständigkeit eines Rentenversicherungsträgers ist gegeben, sobald der Versicherte, um dessen
Leistungsfähigkeit es geht, die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt hat oder er in den letzten 2 Jahren 6 Kalendermonate
Pflichtbeiträge erbracht hat oder bereits eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bezieht (§ 11 SGB VI- weitere
alternative Voraussetzungen sind möglich; sog. versicherungsrechtliche Voraussetzungen). Leistungen zur
medizinischen Rehabilitation können nach § 9 SGB VI gewährt werden, wenn die Erwerbsfähigkeit des Versicherten,
um den es geht, wegen Krankheit oder körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung erheblich gefährdet
oder gemindert ist und bei ihm voraussichtlich bei erheblicher Gefährdung der Erwerbsfähigkeit eine Minderung
der Erwerbsfähigkeit durch die Leistungen abgewendet werden kann oder bei geminderter Erwerbsfähigkeit diese
durch die Leistungen wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder deren wesentliche Verschlechterung
abgewendet werden kann (§ 10 Abs. 1 SGB VI; sog. persönliche Voraussetzungen). Das Ermessen
des Rentenversicherungsträgers kann dabei bei Erfüllung der versicherungsrechtlichen und persönlichen
Voraussetzungen so weit reduziert sein, dass eine Leistung zur medizinischen Rehabilitation zu erbringen ist.

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation werden vom Rentenversicherungsträger nicht vor Ablauf von vier Jahren
nach Durchführung solcher oder ähnlicher Leistungen zur Rehabilitation erbracht, deren Kosten aufgrund öffentlich
rechtlicher Vorschriften getragen oder bezuschusst worden sind. Dies gilt nicht, wenn vorzeitige Leistungen
aus gesundheitlichen Gründen dringend erforderlich sind (§ 12 Abs. 2 SGB VI).

Kosten / Personalaufwendungen
Die DRV-Bund (Deutsche Rentenversicherung Bund, früher BfA) beschäftigt lt. kompetenten eigenen Aussagen auf
einer Reha-Tagung in Berlin im Mai 2006 ca. 6000 Mitarbeiter nur im Bereich Rehabilitation. Vom jährlichen
Gesamtbudget werden ca. 4-5% für Rehaleistungen aufgewandt.

Phasen der Rehabilitation
Phasenmodell
Phase A Akutbehandlung (Intensivstation)
Phase B Frührehabilitation, Barthel-Index < 25
Phase C weiterführende Rehabilitation (weitgehend pflegebedürftig, Barthel-Index 30 - 65)
Phase D Anschlussheilbehandlung (= AHB; weitgehend selbstständig, Barthel-Index 70 - 100)
Phase E Nachsorge und berufliche Reha
Phase F aktivierende (Langzeit-)Behandlungspflege, ambulant oder stationär

Indikationen zur Rehabilitation
Indikationen für die Verordnung einer Rehabilitationsmaßnahme oder einer Anschlussheilbehandlung sind vielfältig.
Viele Unfälle oder Erkrankungen können dazu führen, dass der Patient / die Patientin nach der Akutversorgung
Behandlung im Krankenhaus anschließend noch intensive medizinische bzw. physiotherapeutische Betreuung braucht.

Beispiele hierfür:

Herzinfarkt (→kardiologische Reha)
Schädel-Hirn-Trauma (→neurologische Reha)
Wirbelsäulenverletzungen (→neurologische / sportmedizinische Reha)
Polytraumata (komplexe Verletzungen mit der Beteiligung mehrerer Körperteile / Organsysteme)
Krebserkrankungen (onkologische Reha)
Psychiatrische Erkrankungen wie z. B. Magersucht (Anorexie), Depressionen u. a.
Hörschädigung (Rehabilitation für Hörgeschädigte)
Sprach- und Schluckstörungen
Sucht (Psychosomatische Rehabilitation)
Essstörungen, Übergewicht, Adipositas, Bulimie, Mangelernährung
 
Rehabilitationsmaßnahmen
In einer Rehaklinik arbeiten mehrere Berufsgruppen gemeinsam, um eine soziale Wiedereingliederung
(und möglichst auch Arbeitsfähigkeit) der Patienten optimal gewährleisten zu können. Die sind unter
anderem (die weibliche Berufsbezeichnung ist der Lesbarkeit halber weggelassen):

Fachärzte
Gesundheits- und Krankenpfleger
Physiotherapeuten
Ergotherapeuten
Arbeitspädagogen
Logopäden
Ernährungsberater und Diätassistenten
Masseure und medizinische Bademeister
Orthopädietechniker
Neuropsychologen
Psychotherapeuten
Psychologen
Motopäden/Mototherapeuten
Sozialarbeiter/Sozialpädagogen
Audiotherapeuten (DSB)
Sporttherapeuten
u.v.m.
Dementsprechend vielseitig ist das Angebot. Dieses reicht meist von vielen Methoden der Krankengymnastik über klassische Massage, Diätberatung, Gruppen- und Einzeltherapie bis hin zu Prothesenversorgung und -beratung.

 

 

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Quelle: Div., Wikipedia,
http://de.wikipedia.org/wiki/Medizinische_Rehabilitation, Stand: 05.01.2010

Lizenz: CC BY-SA (unported) 3.0,
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Lizenzbestimmungen_Commons_Attribution-ShareAlike_3.0_Unported

 

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